Burgwaldschule Frankenberg/Eder
Burgwaldschule Frankenberg/Eder

Schulbegleithund

Tierische Unterstützung im Klassenzimmer

Seit 2022 begleitet der Weimaraner Rüde Jago als zertifizierter Schulhund den Alltag an der Burgwaldschule in Frankenberg. Gemeinsam mit seiner Halterin, der Lehrerin Diana Freyer, sorgt das Tier für eine ruhige Lern- atmosphäre und vermittelt den Schüler

Ein Weimaraner mit Wal-Gesang

Begleithund Jago schweißt an der Burgwald-schule eine ganze Klasse zusammen

Schulbegleithund Jago und seine „Hundeklasse“ 7: Sie sind seit der 5. Klasse ein eingespieltes Team und bewältigen den Schulalltag an der Burgwaldschule in Frankenberg gemeinsam. FOTO: KIARA WINTER

Frankenberg – Wenn Jago den Raum betritt, verändert sich die Frequenz im Klassenzimmer. Es ist nicht nur das Klackern seiner Pfoten auf dem Boden, das Ruhe einkehren lässt – es ist seine bloße Präsenz. Mit einer stattlichen Größe von 69 Zentimetern und einem Gewicht von 36 Kilogramm ist der dreieinhalb Jahre alte Weimaraner eine beeindruckende Erscheinung, die seit 2022 als festes Teammitglied den Schulalltag der Burgwaldschule in Frankenberg bereichert.

 

Doch hinter dem grauen Fell steckt ein Profi, der gemeinsam mit seinem Frauchen, Lehrerin Diana Freyer, eine schwere Ausbildung hinter sich hat. In sieben umfangreichen Seminaren mit jeweils 16 bis 24 Stunden und einem Wesenstest mussten Mensch und Tier beweisen, dass sie der Belastung im Klassenzimmer gewachsen sind. Auch ein einwandfreier Gesundheitszustand und eine spezielle Versicherung gehören zum Pflichtprogramm.

 

Dass es Zeit für die Arbeit ist, erkennt Jago sofort an einem ganz bestimmten Signal: Sobald Diana Freyer eine spezielle Tasche trägt, wechselt er in den Arbeitsmodus und ist voll auf sie fokussiert. In seinem Job, der ihn primär in die 7. Klasse seines Frauchens führt, ist er weit mehr als nur ein Begleiter. Er fungiert als Ruhepol und Klassenclown zugleich.

 

Die Schülerinnen und Schüler schätzen besonders seinen Charakter, denn Jago ist für seine eigenwilligen Geräusche bekannt. „Er sitzt manchmal wie ein Erdmännchen und gibt Töne von sich, die eher an die Gesänge eines Wals erinnern“, sagt eine Schülerin. Wenn sein quietschendes Spielzeug zum Einsatz kommt, lacht die Klasse gemeinsam über die Laute ihres vierbeinigen Mitschülers.

 

Disziplin und Rücksichtnahme

 

Das Zusammenleben mit einem Hund erfordert jedoch klare Strukturen, die die Schüler ganz nebenbei verinnerlichen. Jago sorgt indirekt für Ordnung, da im Klassenzimmer nichts auf dem Boden liegen darf und alle Schultaschen stets verschlossen bleiben müssen. Die Kinder haben gelernt, dass sie den Hund nicht bedrängen dürfen und maximal zwei Hände ihn gleichzeitig berühren sollen.

 

Es herrscht die goldene Regel, dass eine leise Umgebung die Grundvoraussetzung dafür ist, dass der Hund entspannt schlafen kann. Auch beim Fressen und Trinken wird Jago absolute Ruhe zugestanden. Diese Rücksichtnahme wirkt sich direkt auf das Lernklima aus: Die Schüler bewegen sich langsamer, vermeiden lautes Rufen und achten darauf, dass eine angenehme Atmosphäre herrscht, da sie wissen, dass Jago sich nur dann frei im Raum bewegen kann, wenn es leise genug ist.

 

” Der Musikraum bleibt für ihn tabu, da seine empfindlichen Ohren die Lautstärke dort als belastend empfinden würden. Lehrerin Diana Freyer

 

Besonders stolz sind die Jugendlichen auf den organisierten Hundedienst: „Jeweils zwei Freiwillige übernehmen es, mit Jago in der kleinen Pause nach draußen zu gehen“, sagt Diana Freyer. Selbst in Fachräumen wie Biologie oder dem Computerraum sei auf die Schüler Verlass, da sie eigenständig Jagos Decke mitbringen, um ihm seinen gewohnten Rückzugsort zu schaffen. „Der Musikraum bleibt für ihn tabu, da seine empfindlichen Ohren die Lautstärke dort als belastend empfinden würden“, erklärt Freyer.

 

Das pädagogische Konzept der Burgwaldschule geht auf: In der speziellen „Hundeklasse“ wurden Eltern und Kinder von Anfang an einbezogen, um eventuelle Ängste oder Allergien zu berücksichtigen. Das Ergebnis sei eine Gemeinschaft, die durch den Hund zusammengeschweißt wurde.

 

Die pädagogische Wirkung von Jago sei im Alltag deutlich spürbar. Schüler berichten, dass er ihnen hilft, Stress abzubauen und sich besser zu konzentrieren. Sogar Ängste wurden durch ihn gebessert: Zwei Kinder, die anfangs ängstlich waren, verloren durch Jagos sanftmütige Art ihre Scheu und haben nun auch im Privatleben weniger Angst vor Hunden.


Das pädagogische Konzept der Burgwaldschule geht auf: In der speziellen „Hundeklasse“ wurden Eltern und Kinder von Anfang an einbezogen, um eventuelle Ängste oder Allergien zu berücksichtigen. Das Ergebnis sei eine Gemeinschaft, die durch den Hund zusammengeschweißt wurde.

 

Die pädagogische Wirkung von Jago sei im Alltag deutlich spürbar. Schüler berichten, dass er ihnen hilft, Stress abzubauen und sich besser zu konzentrieren. Sogar Ängste wurden durch ihn gebessert: Zwei Kinder, die anfangs ängstlich waren, verloren durch Jagos sanftmütige Art ihre Scheu und haben nun auch im Privatleben weniger Angst vor Hunden.

 

Jagos Anwesenheit ist somit weit mehr als eine bloße Bereicherung des Schulalltags: Sie ist ein praktisches Lernfeld für soziale Intelligenz. Durch ihn erfahren die Jugendlichen täglich, dass ihr eigenes Verhalten unmittelbare Auswirkungen auf ein anderes Lebewesen hat – eine Form der Selbstregulation, die kein Lehrbuch so greifbar vermitteln könnte. Das pädagogische Fazit der Burgwaldschule fällt daher eindeutig aus: Jago schafft eine Atmosphäre, in der aus einer Gruppe von Individuen eine verantwortungsbewusste Gemeinschaft wird. Er ist ein Lehrer, der zeigt, dass Rücksichtnahme und Konzentration die natürlichen Nebenprodukte einer respektvollen Beziehung sein können. KIARA WINTER

Die Schüler der Hundeklasse dürfen angelernte Tricks in den Pausen anwenden. Hier führt Jago auf Kommando Slalom, einen windenden Gang durch die Beine einer Schülerin, auf. FOTO: LEA MEISER

Tiergestützte Pädagogik

Die tiergestützte Pädagogik an Schulen nutzt die motivierende Präsenz von Tieren, um die Selbstkompetenz der Schüler durch den eigen verantwortlichen und achtsamen Umgang mit dem Lebewesen gezielt zu stärken. Im direkten Kontakt mit dem Tier lernen Kinder, nonverbale Signale zu deuten und ihre eigenen Emotionen zu regulieren, was die soziale Empathie Fähigkeit nachhaltig fördert. Durch diese positiven Interaktionen im Klassenzimmer werde das Selbstvertrauen gefestigt und ein respektvolles, kooperatives Miteinander innerhalb der Klassengemeinschaft geschaffen.

 

Pädagogik auf vier Pfoten VON KIARA WINTER

In der Burgwaldschule ist man jetzt offiziell auf den Hund gekommen: Jago sorgt als Schulbegleithund für positive Haltung. Er ist der perfekte Pädagoge–er meckert nicht überschlechte Handschrift und ihm ist voll kommen egal, ob man mathematische Gleichungen für eine Geheimsprache hält.

 

Dass Tiere im Unterricht wahre Wunder wirken, wusste ich schon lange vor Jago, auch wenn meine Schulzeit an einem ganz anderen Ortstattfand. Dort gab es nämlich eine ganz spezielle Pionierin bezüglich Begleittiere: Eine Schulkameradin brachte über Monate hinweg ihre Hausratte im Pullover mit zum Unterricht.

 

Genehmigt war der kleine Nager Loui im Hoodie zwar sicher nicht, aber er war ihre emotionale Stütze ein jeder noch so öden Doppelstunde. Loui blieb dabei so diskret, dass siewahrscheinlich mehr vom Lehrplan mitbekommen hat als mancher Mitschüler in der letzten Reihe. Während Jago heute ganz offiziell durch die Burgwaldschule wedelt, leiste der der Nager damals im Verborgenen seinen Dienst am Ärmel.

 

Man kann also sehen: Ob Hund Jagoo der Ratte Loui, mit tierischer Unterstützung lernt es sich einfach besser–egal, auf welcher Schule man ist. win@hna.de

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